Ganz einfach ein Tuch nähen mit unseren neuen Stoffen Sari Fluor und Änni Sews

Es ist wieder Zeit für Tücher – große und kleine. Also hol dir Farbe für den Frühling in den Kleiderschrank! Lerne, wie du in nicht einmal einer Stunde ein tolles Tuch nähst. Dafür brauchst du einen passenden Stoff, der schön leicht ist, gut fällt und angenehm zu tragen ist. Glücklicherweise findest du in der Kollektion FLY FS21 von Katia Fabrics nicht nur einen, sondern gleich mehrere solcher Stoffe: Sari, Panama, Musselin, Bambula und Plumetti.

Ein Tuch ist ganz einfach und schnell genäht. Wenn du nicht so gerne freestyle nähst, kannst du aus unserer Homepage 3 kostenlose Schnittmuster herunterladen. Wie du die Kanten mit einem tollen Effekt versiehst und einen Rollsaum nähst, erklärt die heute ein ganz besonderer Gast:

Hey, ich bin Änni und blogge unter aennisews.de und Instagram @aennisews über alles, was mit Stoff und Garn zu tun hat. Heute habe ich für Katia Fabrics eine schnelle Anleitung für ein schönes Tuch aus leichtem Stoff im Gepäck.

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Ein Tuch nähen

Ein Stoffquadrat = zwei große Tücher!


Kann man genug Tücher haben? Ich bin wirklich der Meinung, dass das nicht möglich ist. Deshalb habe ich den Drang, ein Tuch zu nähen, auch gar nicht erst unterdrückt, als ich die neuen Sari-Stoffe aus der Kollektion Fly sah. Sari Fluor MUSSTE einfach an meinen Hals!



Und nicht nur an meinen, denn wenn ich ein Tuch nähe, entsteht fast immer automatisch noch ein zweites.



Für ein bzw. zwei Dreieckstücher braucht man ein quadratisches Stoffstück, welches sich aus der Warenbreite des Stoffes ergibt. Im einfachsten Fall zumindest. Natürlich kann man gegebenenfalls auch die Warenbreite etwas verschmälern oder mehrere Stoffe aneinander nähen.



Katia-Fabrics-Stoffe-Tuch-nähen

Zuschnitt

Sari Fluor liegt 145-150 cm breit, also ist mein Stoffstück auch genauso lang, sodass es ein Quadrat bildet. Ich schlage nun eine Spitze des Quadrats zur ihr gegenüberliegenden Spitze und habe ein doppeltes Dreieck. 
Wer es bauschiger will, kann den Stoff nun so versäubern. Bei einer nicht so hübschen, da unbedruckten Stoffrückseite, würde ich es so machen.


Ich möchte den Stoff in diesem Fall einfach verwenden und schneide deshalb das Stoffstück an der eben gefalteten Diagonalen (Umbruchkante) auseinander. Die zwei identischen Stoffstücke ergeben nun zwei Tücher. 



Um ein Tuch zu nähen, braucht man keine spezielle Nähmaschine und keine speziellen Nähfüßchen. Theoretisch braucht es nicht mal eine Nähmaschine, denn einen Rollsaum kann man auch von Hand nähen…

 🙂

Tuch-nähen-Material

Vorbereitung

Ich möchte mein Tuch etwas auffälliger gestalten und versäubere die drei Kanten daher mit einem 3-Faden-Rollsaum. Und damit nicht genug: Bauschgarn soll es sein, damit die Naht richtig schön flächig wird und die einzelnen Stiche optisch zu einem durchgängigen, voluminösen Streifen zusammenwachsen. Mein Garn passt perfekt zu den Neonstreifen von Sari Fluor, aber auch ein andersfarbiges Garn als Kontrast macht sich bei dieser Naht immer gut.



Für die perfekte Einstellung der Overlock ist es am einfachsten, wenn man ein paar Probenähte macht. Dafür „opfere“ ich gerne einen 1 cm breiten Streifen meines Tuches, indem ich am Original teste und dann im schlimmsten Fall die nicht schöne Naht einfach knappkantig abschneide. Wenn noch etwas Stoff zum Üben übrig ist, bietet sich das natürlich auch an.

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Das Tuch nähen

Ich entferne die linke Nadel und fädle das Bauschgarn in die beiden Greifer ein. In die rechte Nadel fädle ich farblich passendes Garn. In meinem Fall war es hellrosa.



Für das Bauschgarn benutze ich die Fadennetze, die zu meiner Overlock gehören. Meistens sind sie im Lieferumfang der Maschinen dabei – manchmal werden sie aber von Nähanfänger*innen entsorgt, weil sie nach Verpackungsmüll aussehen. Ich verrate nicht, wem es vor Jahren bei der ersten Maschine so ging…

Overlock-Tipps-Garnhüllen




Beim Nähen starte ich im oder quer zum Fadenlauf. Für alle, die in Mathe besser waren als ich, müsste das eine der Katheten sein. 😉 

Den rechten Winkel am Ende der ersten Strecke nähe ich entweder als leichte Rundung in einem Rutsch durch, oder setze ab und vernähe die Overlockraupe, wie später auch an den spitzen Winkeln. Mit etwas Fingerspitzengefühl gelingt es auch, bis ganz zur Stoffkante zu nähen, Nähfüßchen und Nadel zu heben und den Stoff für die perfekte Ecke zu drehen.
 


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An dieser Stelle ein kleiner Spoiler: Im schrägen Fadenlauf, also an der Hypotenuse, näht es sich nicht ganz so leicht, weil hier leicht Wellen entstehen, da der Stoff überdehnt wird. Wem das gefällt: yeah! Wenn es nicht gefällt: das Differential der Maschine erhöhen. Man muss sich je nach Material etwas rantasten. Eine Steppnaht mit der normalen Nähmaschine entlang der späteren Overlocknaht kann helfen, da sie das Gewebe in Form hält. Vliese oder ähnliches empfinde ich als nicht ideal, da die Naht meistens nicht mehr so hübsch ist, wenn das Vlies ausgewaschen wurde.


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Es hilft nichts: Man muss etwas üben und ich muss zugeben, ich hatte auch schon schönere Nähte als die heutige. Dafür war bisher noch keine so knallig und farblich so perfekt zum Stoffdesign!

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Wir hoffen, Ännis Tuch gefällt dir und du traust dich, selbst eins zu nähen. 🙂